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IAU Ultratrail Weltmeisterschaft in Annecy/Frankreich

Details

 

Am vergangenen Wochenende fand in Annecy /Frankreich die Weltmeisterschaft im Ultratrail statt. Dabei galt es, in den Bergen der Region Haute Savoie/Mont Blanc 5300 HM auf einer Strecke von 85 km rund um den Lac d’Annecy in der vorgegebenen Zeit von max. 14 Stunden und 30 Minuten zurück zu legen….

 

Ja was soll ich sagen, der Lauf war hart aber W U N D E R S C H Ö N !!!!
Die Stimmung in der Gruppe war klasse – alle gut gelaunt und fröhlich – das Wetter (fast ) perfekt. Fast – d.h. ausgerechnet in der Nacht vor dem Lauf hat es gegossen wie aus Kübeln, ansonsten herrlich sonnig. Die Strecke ging häufig durch den Wald, daher war die Sonne sehr gut zu ertragen, außerdem war man ja immer wieder oben und dort wehte meist ein angenehmes Lüftchen.

 

Die Organisation der Franzosen wie gewohnt perfekt. Die Eröffnungsfeier war klasse und hat schon gleich für eine tolle Stimmung gesorgt – unzählige Nationen am Start: Kap Verden, Mongolei, Nepal, Komoren, die üblichen Verdächtigen und sonst noch viele wilde bunte Menschlein. Ja, das war schon ein Gänsehautfeeling und Ehre zugleich, dass man dabei sein durfte J

Leider konnte ich bis zum Start vor lauter Aufregung kaum ein Auge zumachen, aber egal.
Der Start selbst war sehr schön, ein kleines Feuerwerk und Sprühfackeln säumten den Weg, bis es auch gleich in den ersten Anstieg ging….ohja, die Anstiege waren natürlich sehr zäh und es ist schon was anderes, ob man immer wieder hoch und runter sausst (wie bei uns auf der Alb) oder ne Ewigkeit nach oben kraxelt um dann gleich wieder ne Ewigkeit nach unten zu laufen oder hüpfen. Durch den Regen in der Nacht waren die Wege, die eh schon sehr anspruchsvoll waren -  sehr rutschig und matschig. Ich hatte mich leider in der Schuhwahl etwas vergriffen und hätte gerne mehr Stollen gehabt aber dafür kam ich blasenfrei und ohne wunde Füße durch.

Nach diesen langen Anstiegen wurde man mit den schönsten Ausblicken von den Gipfeln belohnt und die Stimmung an der Strecke war klasse. Verlaufen konnte man sich ebenfalls nicht, denn überall wo es etwas unübersichtlich hätte sein können, waren sehr nette Streckenposten.

 

Für mich war das eine riesen Nummer und mir war zu Beginn klar, dass das gesetzte Zeitlimit für mich nicht ganz ohne ist, je nachdem, wie die Beschaffenheit der Wege ist und ich außerdem für so etwas -offen gesagt- zu wenig trainiert bin. Aber ich habe gekämpft wie eben ein Kampfhamster gegen Gazellen kämpfen kann J Mir ging es bis km 50 sehr gut, habe unbeirrt mein mir mögliches Tempo gelaufen, immer im Hinterkopf, dass ich irgendwie durchkommen muss – denn es war technisch sehr anspruchsvoll. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich noch guter Dinge, eine Zeit unter 13 h erreichen zu können. An der zweiten Bergabpassage bekam ich furchtbare Knieschmerzen, ich dachte, dass jetzt irgendwas gleich ‚abfatzt‘ (Innensehne) ich konnte kaum mehr bergab laufen. Blieb stehen, hab massiert, bin eine gefühlte Ewigkeit gegangen…war frustriert und dachte schon : ‚ohjeeeemineee, das war es wohl‘  Glücklicherweise hatte ich ein normales Gel dabei (was ich ja sonst nie nutze, weil ich es eigentlich nicht vertrage…aber ich hatte es ausnahmsweise mit – komisch eigentlich ) . Kurz und gut – Gel eingeworfen und nach einer Weile ging es schmerzfrei weiter und es hat sich nicht mehr gemeldet. War wohl irgendein Magnesiummangel… Weiter ging es  und ich hatte wieder große Freude am Laufen und Wandern, genoss Strecke und Stimmung und dann irgendwann ging es in den letzten langen Anstieg: Der Kampf begann – ziemlich steil und ich hatte zwischenzeitlich sehr schmerzende Oberschenkel, die nicht mehr viel hergaben. Bei km 75 hat es mich dann zerlegt – zum ersten Mal: Ausgerutscht und den Ellbogen volle Kanne gegen den Fels geschlagen: Hilfe – ich blutete !! Egal dachte ich, der Ellbogen gehört ja nicht zu dem Teil, das man zwingend zum Laufen braucht und dann 2 km später hat es mich endgültig zerlegt: gerade wollte ich auf die Uhr schauen ( ich Dussel – beim bergablaufen!!!) stolper und falle direkt mit beiden Knien voraus auf einen Fels, schlage der Länge nach auf krieg kaum noch Luft und hab gezittert vor lauter Schock…  Dachte erst, jetzt sind die Knie kaputt, konnte sie im ersten Moment kaum noch abknicken aber sie sind nur sehr dick angeschwollen und taten mords weh. Ich bin dann nur noch wie ein zittriges altes Weiberl gekrochen und habe dann nach 13:57 glücklich das Ziel erreicht JJJ Meine Mannschaftsmädels waren klasse und gesamt betrachtet wurden wir 4 te, die Herren 6 te Mannschaft – das kann sich doch sehen lassen J . Für mich war das ein tolles Event, ein toller Lauf, den ich sehr genießen konnte, da es mir körperlich (mal von Sturz Nr. 2 abgesehen – das hätt nun wirklich nicht sein müssen) sehr gut ging, ja und klar spürt man seine Muskeln und sowas, aber deshalb geht es einem ja nicht schlecht – andere müssen schließlich ihr Leben lang leiden, ich nur kurzzeitig bei Sturz Nr. 2.